Samstag, 18. Juni 2016

Checkliste Heimatbesuch, die Zweite...

Kennt ihr diese Momente, in denen einem bewusst wird, wie schnell die Zeit rennt?!? Der letzte Blog-Eintrag ist schon wieder einen Monat her. Mein Urlaub ist schon wieder vorbei. Genauer gesagt, bin ich schon seit einer Woche wieder hier. Und ich bin schon so lange hier im Norden. Ich schreibe schon wieder eine Checkliste über meinen Heimatbesuch.

Manchmal...
befürchte ich den Anschluss zu verlieren,
befürchte ich, dass die Zeit mir einfach davonrennt und ich nicht hinterherkomme,
befürchte ich, dass die Zeit zu schnell über einen schönen Moment hinweggeht,
den ich gerne intensiver erleben möchte.
Ein "Pause-Knopf" fürs Leben fände ich ganz schön.

Manchmal...
möchte ich gerne einen Moment noch einmal erleben,
weil mir erst hinterher bewusst wird wie wertvoll er doch war
und dass ich ihn nicht intensiv genug genossen habe.
Eine "Rückspul-Taste" fürs Leben fände ich ganz schön.

Manchmal...
möchte ich gerne, dass ein Tag schnell vorbei geht,
weil ich nicht gut drauf bin oder etwas Unangenehmes einfach "hinter" mir haben will,
möglichst ohne überhaupt persönlich anwesend zu sein.
Eine "Vorspul-Taste" fürs Leben sollte es jedoch nicht geben.

Ich habe das Gefühl, die Zeit ist auch so schnell genug - ganz ohne "Vorspul-Knopf". Manchmal ist sie mir viel zu schnell. Für mich muss sie keine neuen Rekorde aufstellen. Für mich muss sie sich nicht ständig optimieren, perfektionieren, rationalisieren. Für mich dürfte sie gerne mal still stehen, den Atem anhalten. Ich wünsche mir manchmal einfach nur, dass die Zeit sich ein Bisschen mehr Zeit nimmt ... für gewisse Dinge.

Und ich denke schon immer, dass die Uhren hier oben langsamer ticken als in dem Rest der Welt, so langsam dann scheinbar aber doch nicht. Vielleicht muss ich einfach von Zeit zu Zeit die Batterie rausnehmen ... oder durch eine schwächere ersetzen, so dass der Zeiger ab der 6 nicht mehr so schnell "bergauf" kommt.

Manche Dinge ändern sich viel zu schnell: Die Welpen sind riesen groß geworden. Es sind noch neue dazu gekommen. Santano ist ziemlich kräftig geworden und das Guidehaus ist ziemlich voll geworden. Aber mehr dazu ein anderes Mal. Heute ist mir eher nach der "Rückspul-Taste". Manche Dinge ändern sich zum Glück auch nicht: nach Hause kommen, mit Freunden zusammen sitzen und das Gefühl haben, man sei nie weg gewesen, nahtlos anknüpfen - genau dort, wo man aufgehört hat.

Also, hier ist sie: die zweite Checkliste Heimatbesuch:
- Seeluft geschnuppert \/
- Möwenschreie gehört \/
- (mehrere) Fischbrötchen gegessen \/
- Füße in der Nordsee gebadet \/
- dabei fast über ein Robbenbaby gestolpert \/
- und von einem Seehund gestalkt worden \/
- Mutter-Tochter-Event auf Helgoland \/
- Segeltörn nach Stade \/
- auf dem Sonnendeck gelegen \/
- nach Ebbe und Flut "gelebt" \/
- mit Dad Wein getrunken \/
- von Torge (mal wieder) meinen PC aufflitzen lassen \/
  (nein, ich habe ihn NICHT "hart aufgesetzt")
- mit Femke und den Kiddies in der Seehundstation gewesen \/
- in der Fußgängerzone in Itzehoe verzweifelt beim "Hase" suchen geholfen \/
- Klaasi kennen gelernt \/
- mit Nadine das Eine oder Andere "psychoanalysiert" \/
- mir eine Zecke eingefangen \/
- endlos viel Zeit bei Krämer verbracht und mit Nadine gefachsimpelt \/
- Hermi "gecrähmt" \/
- die Kugel getanzt \/
- mit Tantchen auf den Spuren ihrer Vergangenheit gewandelt \/
- einen Angriff von "Wolf-Dämon" abgewendet
- "Sternenschweif" gespielt
- Kalle kennen gelernt \/
- Babysachen mit Köpsi sortiert \/ (wir werden alt, meine Liebe... Früher haben wir Städtereisen  unternommen und waren unterwegs und heute sortieren wir Baby-Klamotten. 13 Jahre ist eine lange Zeit)
- ein "Abenteuer" mit Köpsi erlebt \/
- Ängste ausgestanden beim Durchfahren von Hamburg \/
- "Sand-Eis" gegessen, bis ich platzte \/
- mit Jens sein Warrior-Wissen aufgefrischt \/
- in der Kanti gegessen \/
- über gute alte Zeiten gequatscht \/
- in Friedrichstadt gewesen \/
- leckeres Eis gegessen \/
- Kolja bespaßt \/
- Abschiedstour mit "Krabbe" gemacht \/
- mit Tobias "Ideen" ausgetauscht \/
- unter der Birke gesessen \/
- vor mich hingeträumt \/
........

Home sweet Home
Ein Seehund lag am Meeresstrand,
putzt seine Nase im weißen Sand.
Oh ' möge doch dein Herz so rein
wie diese Seehundschnauze sein.

Kegelrobben am Nordstrand



Leben am Abgrund - mit einem Nest aus Müll!!!


Segeln mit "Tonttu"

Begegnungen auf der Elbe




Die stolzen Bootsbesitzer :-)

Stade

Stade bei Nacht

U-R-L-A-U-B!!!




Sonntag, 22. Mai 2016

Update rund ums Camp

Ich war mal wieder schreibfaul. Schuld daran sind...
... Günther, mein mich stets begleitender Schweinehund
... und das gute Wetter
... und der stetig schmelzende Schnee
... und der freie Äkäsmylly-Parkplatz, mein "Reitplatz"
... und mein motiviertes Pony
... und - ok, Schluss damit. Ich gebe zu: ich habe irgendwie andere Prioritäten gesetzt.

Also hier jetzt der Newsticker:

Upea ist Mama geworden, genau wie Vaisa, Mika, Camilla und Giny.
Insgesamt sind es jetzt 37 Nachwuchs-Schlittenhunde ;-)

Der Zahnarzt war da ... Jetzt können Sprudel, Bliida, Blaer,
Glofax und Santano wieder kraftvoll zubeißen.
P.S.: Keiner brauchte die Dritten ;-)

Die Saison ist zu ende - schon etwas länger.
Hier ein Foto unseres letzten Puppytrainings des Winters:
Atkin, Karhu, Raija, Kaamos.

April 2016: Die Straßen sind schneefrei und somit für bereitbar erklärt ;-)

Santano und ich hatten wären der Schneeschmelze natürlich mal mehr, mal weniger Langeweile:





Inzwischen dürfte das Camp sicher auch schneefrei sein - und wenn nicht, dann habe ich auf jeden Fall erst einmal schneefrei. Ich bin dem matschigen Tauwetter entflohen und in das hoffentlich frühlingshafte Norddeutschland geflogen, dort, wo das Gras schon grün ist, die Blumen schon blühen und wo es regnet statt schneit ^^

Aber davon berichte ich euch im nächsten Eintrag, wenn nicht wieder 
.....

Mittwoch, 16. März 2016

Schneepferde

Gestern haben Francine und ich Fotos von unseren Ponies gemacht. Also eigentlich hat Francine die Fotos gemacht und ich habe die Ponies etwas "motiviert" ^^ Wir hatten herrliches Wetter und ich habe eindeutig zu wenig Fotos mit Santano im Schnee. Eigentlich kann ich ja eh nie genug Fotos von Santano haben ... im Schnee ... am Strand ... im Wald ... auf einer Wiese ... auf dem Stoppelfeld ... ganz egal, die Hauptsache ist Fotos von meinem Plüschpony.

"Du zuerst!", "Nein, du!" "Nun, geh doch!"

Sprudel und Santano

Schneepflüge

Ein rettender Sprung aus dem Tiefschnee ^^

Bliida


Blaer


Santano und Blaer



Klibbi in Action



Unser "Trailbreaker"...
...Glofax

Ponykarawane

"Bliida"-Murmel quält sich durch ^^

Sprudel und Bliida

Unsere drei Füchse

The End

Wenn das Wetter so weiter macht gibt es bald SEEpferde. Es ist über null Grad, die Sonne scheint und es dröppelt - halten wir es mal allgemein - von "oben": Der Schnee rutscht von den Dächern, von den Bäumen usw. Mit dem Schnee rutschen auch wir (durchs Camp), denn die Wege sind vereist und somit a*****glatt. Mit hinterhältigen "Schneelawinen", die nur EINES zum Ziel haben -nämlich in meinem Nacken zu landen- ist zu rechnen. Ich fühle mich ein Bisschen gemobbt. leide aber natürlich stumm ^^

Angeblich soll es morgen wieder kälter werden, aber ich traue Petrus nicht mehr über den Weg. Man kann sich auf ihn einfach nicht mehr verlassen. "Verlass dich auf Andere und du bist verlassen". Ich schließe Petrus hiermit da mit ein. .

Leider tropft es nicht nur draußen, sondern auch drinnen. Regenjacken brauchen wir in unserer Wohnung zum Glück noch nicht, aber wir haben fünf Gefäße (Salatschüsseln, die Hundeschüssel, einen Topf, einen Mülleimer) strategisch günstig positioniert, um trockenen Fußes durch unsere Wohnung zu kommen. Die Küche war gestern kurzzeitig geflutet, ist heute aber wieder trocken gelegt. Der Krisenstab hat beschlossen, dass die Erstmaßnahmen erfolgreich waren und bis auf Weiters kein erneutes Eingreifen notwendig ist. Heute Morgen entdeckten wir allerdings ein weiteres Leck im Bad. Die Tropfen landen jetzt in einem "Auffangbecken". Man muss nur beim nächtlichen Gang auf die Toilette daran denken... ^^

Donnerstag, 10. März 2016

Lang, lang ist's her...

... seit dem letzten Blogeintrag ist jetzt fast ein halbes Jahr vergangen, ein halbes Jahr! Die Zeit rennt viel zu schnell. Obwohl ich im Moment glaube, dass ich dem Winter nicht so hinterhertrauern werde wie dem Sommer - meinem guten alten Freund, dem Sommer. Ich freue mich schon, ihn hier oben wieder zu sehen. Obwohl er sicher anders wird als der letzte Sommer, aber "anders" heißt ja nicht unbedingt "schlechter"... Wir werden uns neu kennen lernen und sicher mögen, der Sommer und ich ^^^


Tja, wo fange ich am Besten an? Das Herbst-Training zog letztes Jahr an mir vorbei. Ich war einige Male mit Andy mit den Jungrüden draußen, war sonst aber mit dem Ponytrail, dem Training der Ponies und den Aufgaben als Doghandler ganz gut ausgelastet. Trotzdem: Es ist ein schönes Gefühl die Hunde, die man von klein auf an kennt und denen wir das "kleine Einmaleins des guten Benehmens" beigebracht haben, jetzt laufen zu sehen. Es erfüllt mich mit Zufriedenheit und es ist interessant, sie dabei zu beobachten, wie sie langsam aber sicher herausfinden, dass das hier ihre Berufung ist, wie sie diesen Job kennen und lieben lernen, für den sie geboren wurden.


Mitte November ging Susi dann in den wohlverdienten Urlaub und ich übernahm ihre Vertretung was die Organisation im Camp betrifft - und nebenbei wurden natürlich die wiehernden und bellenden Vierbeiner versorgt. Dieses Mal hat mir das Ganze sogar Spaß gemacht, war ich doch schon etwas erfahrener und hatte schon ein Bisschen mehr das Gefühl zu wissen "wie der Hase - ähm Husky - läuft".


Dann kam der Dezember und die düsterste Zeit des Jahres brach herein - und damit meine ich nicht nur die Dunkelheit mangels Sonne. Berit, ich vermisse dich so sehr! Das Leben ist manchmal einfach nicht gerecht...



Im Januar kam die Family zu Besuch. Die erste Woche war Cousinchen Liv dabei, die zweite Woche Torge und Vera. Mamsis Geburtstag "feierten" wir in der Eisenerzmine in Kiruna - der 60. soll ja etwas Besonderes sein ^^

Auf dem Weg nach Inari


Der Februar bescherte mir meine erste Tourenwoche. Ich kam zu den Gästen wie die Jungfrau zum Kind ^^ Leider wurden zwei Guides krank und daher musste umorganisiert werden. Am Sonntag fuhr ich den Einführungstag mit "Alaska"-Hunden. 

Einführungstour mit "Alaska":
Nele, Attack, Nevada, Chirley, Gremmy und Andrés "Kuschelbär" (Foto Wolfgang O.)

Dann tauschten Raffi und ich die Kennel und er ging mit "Alaska" auf Wildnistour. Ich übernahm die Exclusiv-Tour mit "Sibirien": Montag eine Tagestour, Mittwoch schnell den Trail lernen und eine Checkliste für das "Hüttenleben" erstellen (wo geht Gas an/aus, wo ist das Trinkwasser usw.) und von Donnerstag auf Freitag ging es dann auf Übernachtungstour. Ich hatte eine tolle Gruppe, die gut mit den Hunden umgingen. Einem netten Gast verdanke ich einige der Fotos.

Vorbereitungen im Kennel (Foto Wolfgang O.)

Einmal Liebe für die Snoopy... (Foto Wolfgang O.)
...und Liebe von der Snoopy (Foto Wolfgang O.)
Mein Team auf dem Nivunkijärvi: Nanook, Vaisa, Nelson, Cornell, Loki, Esprite.
Nanook
Die Frage der Woche:
WO IST DER TRAIL???
Leider hat es den ganzen Donnerstag, die ganze Nacht und den ganzen Freitag geschneit wie verrückt. Nachts kam dann der Wind. Am nächsten Morgen war von den Trails teilweise nichts mehr zu sehen - ein schönes Gefühl, wenn man die Wege nicht sehr oft fährt (Achtung Ironie ^^). Ich musste oft nach vorne und den Hunden helfen, den Rest hat "Nanook" dann geschafft. Sie hatte im Trailfinden ihrer wesentlich jüngeren Kollegin "Vaisa" Einiges voraus: ein paar Jahre mehr Erfahrung ^^ Auf dem See und auf den Sümpfen war es harte Arbeit für Hund und Mensch. Wir mussten die Schlitten die ganze Zeit schieben, die Hunde hätten es sonst durch den ganzen Neuschnee nicht mehr geschafft. Teilweise ist der Schlitten umgekippt oder ich steckte bis zu den Hüften im Schnee usw.

Am Samstag nach der Tour habe ich dann versucht, den Ponytrail "wieder zu beleben". Ich hatte Hoffnung, dass der Patient nur kurz bewusstlos ist und ich ihn noch retten könnte, aber da war nichts zu machen. Die Ponies mussten mit der Brust (!!!) den Trail aufbrechen. Dazu hat der Wind uns noch schöne Geschenke in schier undurchdringbaren Schneewehen hinterlassen - nett. Leider musste ich den Ponytrail nach zwei weiteren Versuchen für gestorben erklären und meine ganzen Hoffnungen mit ihm unter einem halben Meter Neuschnee (in einer Woche) begraben.


Santano und ich konzentrieren uns jetzt auf andere Dinge und gönnen uns auch ab und zu mal eine Pause, wie ihr sehr schön hier sehen könnt:


Der März beschert Francine und mir den zweiten "Päarchentag" der Saison. Wir fahren nach "Köngäs", nahe "Levi" in das Café einer ehemaligen Mitarbeiterin.

Sehr gemütlich ist das Café.

Danach sind wir ganz spontan mit "Rudi-Tours" gereist - unverhofft kommt oft:

Das Reisebüro ^^
Unser Reiseveranstalter ^^
Neue Kunden gewinnen ^^
Falls es mit dem Charme nicht klappt, versuchen sie's mit Hypnose ^^
Happy feet?!? 
Los geht's°
Auf dem Rückweg wird "galoppelt"...
Ein gelungener "Päarchentag".

Und falls ihr noch nicht genug habt:


Zu guter Letzt muss ich dann noch ein umfangreiches Geständnis ablegen. Es kann sein, dass ich meinen Prinzipien, was die stinkenden Skidoos angeht, untreu werde. Susi hat mir eine kleine Unterrichtsstunde gegeben und ICH BIN DURCH DEN TIEFSCHNEE GEFAHREN mit dem roten Blitz und am Ende, nachdem ich festgestellt habe dass ich a) nicht umgekippt bin und b) nicht schaufeln musste hat es mir sogar ein Bisschen Spaß gemacht ^^ Also, der rote Blitz und ich, das könnte vielleicht... 

... aber das lest ihr beim nächsten Mal ^^